Industriebau
Bauwerke für Produktion und Technik: Anlagen der chemischen Industrie und Schallschutzkabinen, geplant für hohe Lasten, Medienführung und anspruchsvolle Randbedingungen.
Tragwerke für Anlagen und Sonderbauten
Industriebauten folgen anderen Regeln als der Hochbau. Nicht die Nutzfläche bestimmt das Tragwerk, sondern die Anlage: Maschinengewichte, Behälterlasten, Rohrleitungsbrücken, Kranbahnen, Schwingungen. Dazu kommen Lasten, die im Wohnungsbau nicht vorkommen, und Umgebungsbedingungen, die den Baustoff angreifen.
Was Industriebauwerke besonders macht
- Hohe und stark konzentrierte Einzellasten aus Anlagenteilen
- Dynamische Beanspruchung aus Maschinen, Kranbetrieb und Verkehr
- Chemische Einwirkungen auf Beton und Bewehrung
- Bauteile, die im laufenden Betrieb zugänglich bleiben müssen
- Enge Verzahnung mit Anlagenbau und Verfahrenstechnik
Planen im laufenden Betrieb
Die meisten Industrieprojekte sind keine Neubauten auf freiem Feld, sondern Eingriffe in eine Anlage, die weiterläuft. Das verschiebt den Schwerpunkt. Bauzustände, Montagefolgen und temporäre Abfangungen sind dann genauso Teil der Planung wie der Endzustand, und sie sind oft der aufwendigere Teil. Wir planen so, dass Stillstandszeiten kurz bleiben und die Bauabschnitte zum Betriebsablauf passen.
Bestand nachrechnen statt vorsorglich verstärken
Wird eine Anlage erweitert oder umgebaut, stellt sich zuerst die Frage, wie viel Reserve die vorhandene Konstruktion hat. Am Anfang steht deshalb die Bestandsaufnahme: Welche Bauteile tragen tatsächlich, welche Annahmen lassen die vorhandenen Unterlagen zu, welche Schäden sind über die Betriebsjahre eingetreten. Erst danach entscheidet sich, ob überhaupt verstärkt werden muss. Zeigt die Nachrechnung ausreichende Reserven, spart das Bauzeit, Kosten und Stillstand.
Fundamente und Gründung
Maschinen- und Behälterfundamente sind eine eigene Aufgabe. Neben der Standsicherheit geht es um Setzungen und Schwingungsverhalten, und diese beiden Größen sind für den Betrieb der Anlage oft die eigentlich maßgebenden. Ein Fundament, das rechnerisch trägt, aber zu weich ist, kann eine Maschine unbrauchbar machen. Wir stimmen die Gründung deshalb früh mit dem Anlagenbauer und dem Baugrundgutachten ab.
Fragen, die uns oft gestellt werden
Worin unterscheidet sich Industriebau statisch vom Hochbau?
Vor allem in der Art der Lasten. Im Hochbau dominieren flächige Nutzlasten, im Industriebau konzentrierte Einzellasten aus Anlagenteilen sowie dynamische Beanspruchungen aus Maschinen und Kranbetrieb. Hinzu kommen Umgebungseinflüsse, die die Dauerhaftigkeit bestimmen und die schon bei der Wahl von Beton, Bewehrung und Korrosionsschutz mitgedacht werden müssen.
Können Sie Bauteile im Bestand höher belasten?
Oft ja, aber nur nach Nachrechnung. Erforderlich sind eine Bestandsaufnahme und die Klärung, welche Annahmen die vorhandenen Unterlagen zulassen. Ergibt die Nachrechnung nicht genug Reserve, planen wir die Verstärkung, in der Regel so, dass sie sich in Bauabschnitten und ohne längeren Stillstand ausführen lässt.
Planen Sie auch Fundamente für Maschinen?
Ja. Maschinen- und Behälterfundamente gehören zum Leistungsbild. Neben der Standsicherheit geht es dabei um Schwingungsverhalten und Setzungen, die für den Betrieb der Anlage oft die eigentlich maßgebende Größe sind.
Wie gehen Sie mit Bauzuständen um?
Bei Eingriffen in eine laufende Anlage ist der Endzustand häufig nicht der maßgebende. Montagefolgen, temporäre Abfangungen und Zwischenzustände werden deshalb eigens nachgewiesen. Diese Nachweise gehören bei uns zum Leistungsumfang und werden nicht als Nebensache behandelt.
Ihr Projekt passt in keine Schublade? Umso besser.
Ob Wohnhaus, Brücke oder Industrieanlage: Vom Alltagsprojekt bis zur anspruchsvollen Sonderlösung entwickeln wir das passende, wirtschaftliche Tragwerk.
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